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"Einen Schritt voraus." Diesem Motto folgend strebt die voestalpine an, immer auf dem neusten Stand der Technik zu sein. Eine gut strukturierte und innovative Forschungs- und Entwicklungsabteilung ist der Garant dafür, auch komplexeste Kundenwünsche in kurzer Zeit auf unseren Anlagen umsetzen zu können.
Die Richtung in die geforscht wird geben uns daher die Kunden vor. Sie stellen immer genauere Ansprüche an den Werkstoff Stahl für ihre ganz bestimmten Einsatzzwecke.
Der Alleskönner Stahl. Am anspruchsvollsten ist hier die Automobilindustrie. Sie legt die Messlatte immer wieder ein Stück höher, fordert den ganzen Ehrgeiz unserer Ingenieure und spornt sie Tag für Tag neu an. Gefragt sind Stähle, die helfen das Gesamtgewicht zu reduzieren, um den Kraftstoffverbrauch zu senken. Dabei muss der Stahl eine hohe Festigkeit aufweisen, damit er bei einem Unfall viel Energie durch Verformung aufnehmen kann. Natürlich darf der Stahl nicht rosten, soll aber gut zu schweißen oder gar zu kleben sein.
Die Wünsche der Kunden stehen bei der voestalpine im Mittelpunkt. Das Ziel der Forschung und Entwicklung ist deshalb zu prüfen, wie wir die Kundenwünsche erfüllen können und ob ein gewünschtes Produkt mit den geforderten Eigenschaften auf den bestehenden Anlagen der voestalpine erzeugt werden kann.
Diese Experimente können nicht im laufenden Betrieb auf den Großanlagen gemacht werden. Die entstehenden Kosten und Störungen der Betriebslogistik machen das unmöglich.
Wussten wir schon. Deshalb gibt es bei der voestalpine Simulationsanlagen, die in kleinerem Maßstab über 30 verschiedene Prozesse abbilden können. Vom Hochofen über Walzgerüste bis hin zu Beschichtungsanlagen im Kleinformat.
Die Simulationsanlagen sind so realitätsnah gebaut, dass man die in Versuchen gewonnenen Erkenntnisse fast identisch auf die Großanlagen übertragen kann.
Lange bevor eine neue Großanlage gebaut wird, wissen die Forscher bei der voestalpine schon, welche Eigenschaften der Stahl haben wird, der die Anlage später als Produkt verlässt.
Heiß und flüssig. Sehr schwierig ist das Experimentieren mit flüssigem Eisen und Stahl. Temperaturen von über 1.400 °C machen nicht gerade ein Forschungsobjekt aus, das man gut handhaben kann. Besonders im Bereich der flüssigen Phase wird die praktische Forschung deshalb durch Computersimulationen unterstützt. Mit deren Hilfe können zuverlässige Voraussagen zum Beispiel über das Temperaturverhalten gemacht werden. Aber auch in allen anderen Bereichen hat die computergestützte Simulation wie selbstverständlich Einzug gehalten.
Stahl aus dem Wasserhahn. Eine weitere praktische Eigenschaft von Eisen und Stahl ist, dass im flüssigen Zustand die Viskosität (damit ist gemeint, ob eine Flüssigkeit eher zäh- oder dünnflüssig ist) mit der von Wasser zu vergleichen ist. An einem eigenen Wassermodell können die Fließeigenschaften in der flüssigen Phase simuliert werden – und das bei Zimmertemperatur.
Zusammenfassend kann man sagen, dass die Forschung und Entwicklung theoretische Modelle entwirft. Durch Versuchs- und Messreihen, Simulationen und Experimente wird überprüft, ob die gemachten Voraussagen in der Praxis zutreffen oder ob man aus ihnen eine neue Theorie ableiten kann. Die neuen Erkenntnisse fließen ständig in die Produkte der voestalpine ein und deshalb werden so spannende Produkte aus unserem Stahl gemacht. Zum Beispiel Offshore-Pipelines, die eine Bohrinsel mit dem Festland verbinden. Zweitausend Meter unter dem Meeresspiegel. Aus vier Zentimeter dickem Stahl. Innendrin aggressives Gas. Kein Problem. Durch die Forschung und Entwicklung sind wir den richtigen Schritt voraus.