Umwelt

Der Hochofenbetrieb bildet mit der Erzeugung von flüssigem Roheisen die Basis für die Herstellung und Weiterverarbeitung von Stahl. Die Produktion an flüssigem Roheisen wird am Standort Linz durch den Hochofen A und die Hochofenanlage I (Hochofen 4, Hochofen 5 und Hochofen 6) sichergestellt.

Möllerung - Begichtung

Am Hochofen A werden die Einsatzstoffe in einem Möllergebäude gelagert. Um zu verhindern, dass Stäube in die Umwelt gelangen, sind die entsprechenden Anlagenteil (wie Förderbänder und Siebe) durch Gehäuse umgeben. Die Abluft wird in vier Entstaubungsanlagen mit Schlauchfiltern gereinigt. Ein ausgeklügeltes Klappensystem sorgt bei der Begichtung dafür, dass während der Füllung des Bunkers und während der Beschickung des Hochofens A nur kleinste Mengen an Gichtgas in die Umgebung entweichen können.

Zuschlagstoffsubstitution

Anstelle von Schweröl, kann ein Teil der Zuschlagstoffe durch Altöl, Teer, Gas und Kunststoff ersetzt werden. Diese werden anstatt des Schweröls als Reduktionsmittel eingesetzt, wodurch fossile Reduktionsmittel ersetzt werden können.

Kaltwind - Heißwind

Zur Erzeugung des Kaltwindes sind am Hochofen A Dampfturbinen im Einsatz. Die Dampferzeugung erfolgt durch Kesselanlagen, die mit werkseigenem, gereinigtem Gichtgas befeuert werden. Überschüssiger Dampf wird in das Dampfnetz eingespeist und an anderen Anlagen der voestalpine weiterverwendet.
Die Winderhitzer verwenden ebenfalls Gichtgas, um durch dessen Verbrennung den Kaltwind zu erhitzen. Die zu einem Verbund zusammengeschalteten Winderhitzer bestehen im Inneren jeweils aus Keramikgittern, welche als Wärmespeicher dienen und ihre gespeicherte Energie an die durchströmende Luft (Kaltwind) abgeben. Dadurch werden bedeutende Energiemengen bei der Erzeugung des Heißwindes eingespart.

Entstaubung der Gießhallen

Der Staub, der in den Gießhallen entsteht, wird beim Hochofen A über ein Gießhallenentstaubungssystem abgesaugt und gesammelt. Er wird in der Sinteranlage wieder verwertet. Bei der Hochofenanlage I (Hochofen 4, Hochofen 5 und Hochofen 6) wurde ein gleichartiges Gießhallenentstaubungssystem mit November 2005 in Betrieb genommen, wodurch beträchtliche Staubemissionen verhindert werden können. An den Gießhallen-Entstaubungssystemen werden die Emissionsdaten der umweltrelevanten Schadstoffe (Staub) ständig überwacht und gemessen. Die Emissionsdaten werden halbstündlich an die lokale Linzer Umweltbehörde (Umwelt-Technik-Center Linz) online übermittelt. Die Behörde kann dadurch die Einhaltung der strengen Grenzwerte jederzeit überprüfen.

Hochofenschlacke

Die vom Roheisen getrennte Schlacke wird in der Bau- und Zementindustrie weiterverwendet. Sie wird zu so genanntem Hüttensand granuliert beziehungsweise in Schlackengruben vergossen, durch mehrere Aufbereitungsprozesse mittels qualitätsoptimierter Verfahren zu hochwertigen Produkten veredelt und schließlich verkauft.

Gichtgas

Das Gichtgas, als wertvoller Energieträger wird über den Hochöfen abgesaugt und einer Grobentstaubung zugeführt. Dabei werden dem Gas bereits 2/3 des Staubes entzogen.

Die anschließende Feinentstaubung erfolgt bei Hochofenanlage I durch acht parallel geschaltete Nasswäscher mit nachgeschalteten Nass-Elektrofiltern. Das mehrfach zum Einsatz gebrachte Wasser wird in einer Abwasserreinigungsanlage vorgereinigt und anschließend in der Regionalkläranlage Asten endgereinigt. Am Hochofen A erfolgt die Feinentstaubung durch einen zweistufigen Druckzonenwäscher, dem drei parallel geschaltete Ringspaltwäscher folgen. Das zum Waschen des Gichtgases eingesetzte Wasser des Hochofen A ist Sekundärwasser, das bereits verwendet wurde. Das anfallende Abwasser wird physikalisch und chemisch gereinigt und anschließend – nach entsprechender Kontrolle – zurück in die Donau eingeleitet.

Das gewonnene Gichtgas wird in das Gasnetz der voestalpine eingespeist und an anderer Stelle weiterverwendet, beispielsweise zur Stromerzeugung im werkseigenen Kraftwerk. Dadurch werden erhebliche Mengen an fossilen Reduktionsmitteln wie Erdgas und Heizöl eingespart.