Umwelt

Das aus der Breitbandstraße stammende Warmband kann entweder direkt an den Kunden geliefert werden oder muss, um gewisse gewünschte Eigenschaften aufzuweisen anschließend im Kaltwalzwerk endgefertigt werden. Bei der Endfertigung zählen das Beizen (Salzsäure- und Schwefelsäurebeizen) und das Glühen (Hauben- und Kontiglühanlagen) der Bänder aus umwelttechnischer Sicht zu den wichtigsten Verarbeitungsschritten.

Beizen(Salzsäure- und Schwefelsäurebeizen)

Allen Beizen ist gemeinsam, dass das warmgewalzte Stahlband von verunreinigenden Metalloxiden und von Zunder befreit werden soll. Dies geschieht entweder mit Schwefelsäure (H2SO4) oder mit Salzsäure (HCl), wobei die erstere den Vorteil aufweist, dass sie als Nebenprodukt in der Kokerei gewonnen wird. Die Salzsäure wiederum begünstigt die Herstellung von hochreinem Eisenoxid als Nebenprodukt des Beizens und vermindert daher den zu deponierenden Abfall beträchtlich.

Reinigung des Bandes

Zum Brechen des Zunders wird das Band über Biegerollen geführt. Der dabei anfallende Zunderstaub wird durch eine Zunderstaubabsaugung abgesaugt und gemeinsam mit Filterstäuben, die über mehrere kleine Filteranlagen abgeschieden werden, wieder am Sinterband eingesetzt.

Beizen des Bandes

Das entzunderte und zugeschnittene Band durchläuft zahlreiche Beizbottiche und wird so von den unerwünschten Metalloxiden befreit und anschließend mittels Spülwasser gereinigt. Das Spülwasser wird des Weiteren in der Säureregeneration wiederverwendet. Anfallende Säuredämpfe werden abgesaugt und durch einen Gaswäscher sowie einen doppelten Tröpfchenabscheider gereinigt.

Kühlen der Prozesskühlkreisläufe

Das Kühlwasser zirkuliert in einem geschlossenen System und wird über einen Wärmetauscher rückgekühlt. Die Rückkühlung erfolgt mittels Donauwasser, das wieder in die Donau geleitet wird.

Säureregeneration

Die in der Beize anfallende Abbeize wird in einem mehrstufigen Verfahren gereinigt. Metallische Verunreinigungen setzen sich schließlich im Absetzbecken ab und werden mittels Filterkammerpresse zu einem Filterkuchen gepresst und zur Deponierung abgegeben. Das anfallende Filtrat wird in einem Reaktor weiterbehandelt. Als Produkte entstehen dabei dreiwertiges Eisen, Hämatit und gereinigte Säure. Die aus dem Reaktor abströmenden Gase (Wasserdampf, Verbrennungsabgase des Röstreaktors) werden abgesaugt, über ein 2-stufiges Gaswäschersystem gereinigt und über Dach in die Atmosphäre abgeleitet. Das anfallende Waschwasser wird wieder in die Kolonne rückgeführt.