Detailinformation

Koks – Das Reduktionsmittel für den Hochofen

Die Kokerei der voestalpine ist die einzige derartige Anlage in Österreich. Hauptaufgabe einer Kokerei ist die qualitativ und quantitativ an die Erfordernisse des Hochofens angepasste Produktion von Koks. Durch Verkokung wird der Kohlenstoffgehalt der eingesetzten Steinkohle erhöht und es entsteht Koks, der im Hochofenprozess als Reduktionsmittel dient.

200 Öfen auf einer Gesamtlänge von 2,5 km

Batterien

Mit dem Bau der Linzer Kokerei wurde 1939 begonnen. Die ersten vier Batterien wurden 1942/43 in Betrieb genommen. Nach schweren Kriegszerstörungen wurde die Kokerei neu aufgebaut und mit vier zusätzlichen Batterien 1951 fertig gestellt. Heute werden fünf Batterien mit je 40 Öfen betrieben. Sämtliche derzeit in Betrieb befindlichen Batterien wurden im Laufe der Zeit neu zugestellt, modernisiert und mit modernsten Filtern und Reinigungsanlagen ausgestattet. Die vielfältigen Kohleentladungseinrichtungen am Kohlenlager sowie die Mahl- und Mischeinrichtungen sind so konzipiert, dass unterschiedlichste Kohlequalitäten in optimaler Mischung eingesetzt werden können.

Die Weiterverwendung der in der Kokerei anfallenden Nebenprodukte versteht sich von selbst. Das gewonnene Kokereigas wird beispielsweise als Energieträger zur Stromerzeugung weiterverwendet. Aber auch gegen diffuse Staubemissionen wird einiges unternommen. So wird die beim Kokslöschen entstehende Wasserdampfwolke im Löschturm von einem Großteil des Koksstaubs befreit.

Ausgedrückt und mit Wasser gelöscht

Koksüberleitwagen

Heute verarbeitet die Linzer Kokerei pro Jahr rund 1,9 Millionen Tonnen Steinkohle zu Koks. Die Kohle wird in den 200 Kokskammern mit einem Fassungsvermögen von jeweils 21,5 m3 unter Luftabschluss verkokt. Bei 1.260 °C werden die flüchtigen Bestandteile wie Wasser, Wasserstoff, Methan und Teer aus der Kohle ausgetrieben. L√∂schenDas zurückbleibende Kohlenstoffgerüst ist reiner Koks und wird nach einer Garungszeit von 16,66 Stunden aus den Kammern ausgedrückt und mit Wasser gelöscht. 13 Tonnen glühender Koks werden so pro Kammer und Garzeit hergestellt. Die Kokerei der voestalpine produziert auf diesem Weg jährlich rund 1,4 Millionen Tonnen Koks.

Koks, Gas und Schwefelsäure

Abgesehen von Koks fallen bei der Verkokung der Steinkohle auch diverse Nebenprodukte an. Die flüchtigen Bestandteile werden in der nachgeschalteten Gasreinigung großteils zu Kokereigas aufbereitet. Dieses Kokereigas wird zu 100 % innerhalb der voestalpine weiterverwendet: Es hat rund 50 % des Heizwertes von Erdgas und dient zur Stromerzeugung im Kraftwerk, zur Beheizung der Stoßöfen des Warmwalzwerkes und als Reduktionsgas im Hochofen. Die bei der Reinigung ebenfalls gewonnenen Produkte Benzol, Schwefelsäure und Teer finden in der chemischen Industrie Verwendung.

Produkt erzeugte Menge *)
Koks 1.400.000 t/a
Kokereigas 65.000 Nm3/h
Rohteer 53.600 t/a
Leichtöl 13.550 t/a
Schwefelsäure 5.600 t/a

*) Stand: 2006