Umwelt

In den fünf Batterien mit jeweils 40 Kokskammern wird Kohle zu Koks verkokt ("schwarze Seite") und in weiterer Folge im Hochofenprozess eingesetzt. In der Kohlewertstoffanlage ("weiße Seite") wird das Rohgas vom Verkokungsprozess gereinigt beziehungsweise werden Produkte wie Schwefelsäure und Rohteer hergestellt.

Lagerung der Kohle

Die zu verkokende Kohle wird entweder direkt in die Produktion gefördert oder zuerst auf das Lager gelegt und zu einem späteren Zeitpunkt in die Produktion gefördert. Bei der Kohleentladung und –lagerung treten in geringem Maße diffuse Staubemissionen auf.

Füllen der Batterien

Die gemahlene Kohle wird mit zwei modernen Füllwagen in die Koksöfen eingefüllt. Dabei passen sich die Füllrohre an die Fülllöcher an. Die Batterien sind mit Hochdruckabsaugungen ausgestattet. Dadurch wird ein nahezu emissionsfreies Füllen möglich. In der Kokerei ist ständig Instandhaltungspersonal anwesend, das umfassende und vorausschauende Instandhaltung betreibt. Insbesondere werden sämtliche umweltschutzrelevanten Anlagen und Anlagenteile, wie zum Beispiel Koksüberleitmaschine und Schlagrahmen der Ofentüren gewartet. Die Fülllöcher und die Fülllochdeckel werden bei jedem Arbeitszyklus automatisch gereinigt. Nach jedem Füllvorgang werden die Fülllöcher automatisch vergossen, so dass diffuse Emissionen weitgehend vermieden werden.

Drücken des Kokses

Die beim Drückvorgang entstehenden Stäube werden durch die Koksüberleitmaschine und anschließend durch die Filterstation abgesaugt und gereinigt. Die gefilterte Abluft wird an die Atmosphäre abgegeben.

Befeuerung der Koksbatterien

Die Koksöfen werden zu 80 % mit Gichtgas und zu 20 % mit Kokereigas unterfeuert. Die Regelung über den Heizgasbedarf erfolgt in einem selbst entwickelten Programm. Dadurch werden die Verbrennungsabgase minimiert.
Das bei der Verkokung entstehende Rohgas wird über Gassauger zur Gasreinigung gesaugt, gereinigt, in das Gasnetz der voestalpine eingespeist und beispielsweise zur Stromerzeugung im werkseigenen Kraftwerk eingesetzt.

Löschen des Kokses

Der gedrückte Koks wird mit einem Wagen zum Löschturm transportiert, wo er zweistufig gelöscht wird. Der Löschturm ist mit Pralleinbauten ausgestattet, wodurch der Staubgehalt in der Löschwolke sehr gering gehalten werden kann.

Kohlewertstoffaufbereitung

Das Rohgas vom Verkokungsprozess wird in der Kohlewertstoffaufbereitung in einem mehrstufigen Verfahren (Gaskondensation, Gaswäsche, Rohbenzolanlage, Abwasserreinigung, Schwefelsäureanlage) gereinigt. Die bei der Reinigung anfallenden Mengen an Rohbenzol, Rohteer und Schwefelsäure werden als Produkte werksintern eingesetzt beziehungsweise an externe Kunden verkauft.

Im Rohgas ist das in der Kohle enthaltene Wasser sowie das beim Prozess entstehende Wasser enthalten. Dieses wird zunächst kondensiert und gelangt über einen mehrstufigen Wäscherkreislauf in die Abwasserreinigungsanlage der Kokerei. Dort wird Ammoniak und Schwefelwasserstoff entfernt . Das so vorgereinigte Abwasser wird zur weiteren biologischen Reinigung der Regionalkläranlage Asten zugeführt.
Um die Temperatur des Rohgases auf circa 20 °C zu senken wird Kühlwasser eingesetzt. Als Kühlmedium wird Nutzwasser verwendet, das leicht erwärmt und nicht verunreinigt über einen Kanal in den Hauptsammler E und von dort in das Hafenbecken der voestalpine abgeleitet wird.

Das gereinigte Kokereigas wird in das Gasnetz der voestalpine eingespeist und weiterverwendet oder im werkseigenen Kraftwerk wird daraus Strom erzeugt. Dadurch werden erhebliche Mengen an fossilen Reduktionsmitteln eingespart.

Am Kamin der Schwefelsäureanlage wird der umweltrelevante Schadstoff Schwefeldioxid (SO2) ständig überwacht und gemessen. Der Schwefelwasserstoffgehalt des gereinigten Koksgases wird ebenfalls ständig überwacht und gemessen. Die Daten werden halbstündlich an die lokale Linzer Umweltbehörde (Umwelt-Technik-Center Linz) online übermittelt. Die Behörde kann dadurch die Einhaltung der strengen Grenzwerte jederzeit überprüfen.