Umwelt
Die Brammen aus dem Stahlwerk werden in den beiden Stoßöfen und zukünftig auch in einem Hubbalkenofen auf circa 1.200°C erwärmt anschließend entzundert und auf der Breitbandstraße zu Warmband gewalzt. Die Warmbänder werden im warmen Zustand zu Bunden aufgewickelt.
Durch eine optimierte Prozessführung wird bereits im Vorfeld darauf hingearbeitet, die Brammen so heiß wie möglich weiter verarbeiten zu können, um dadurch Energie zu sparen. Dies erfolgt durch kurze Transportwege, logistische Maßnahmen und isolierte Warmhalteboxen, in welchen Brammen zwischengelagert werden, wenn sie nicht sofort im Walzwerk Verwendung finden.
Wärmebehandlungsöfen (Stoßöfen, Hubbalkenofen)
Als Brenngas wird in den Stoßöfen größtenteils gereinigtes Koksgas eingesetzt, das in der Kokerei anfällt. Der Hubbalkenofen wird 2007 in Betrieb genommen und teilweise mit gereinigtem aufgefetteten Gichtgas, das beim Hochofenprozess entsteht, betrieben. Dadurch werden jeweils beträchtliche Mengen Erdgas und somit fossile Reduktionsmittel eingespart. Die Stoßöfen sind mit Low-NOx-Brenner ausgerüstet und werden in den nächsten Jahren mit Low-NOx-Brenner einer neueren Generation ausgestattet. Der neu zu errichtende Hubbalkenofen wird mit Low-NOx-Brennern ausgestattet, die ebenfalls dem letzten Stand der Technik entsprechen. Diese Maßnahmen bei den Wärmebehandlungsöfen führen zu einer weiteren Senkung der Stickoxidemissionen im Warmwalzwerk. An den Kaminen der Öfen werden die Emissionsdaten der umweltrelevanten Schadstoffe (NOx und SO2) ständig überwacht und gemessen. Die Emissionsdaten werden halbstündlich an die lokale Linzer Umweltbehörde (Umwelt-Technik-Center Linz) online übermittelt. Die Behörde kann dadurch die Einhaltung der strengen Grenzwerte jederzeit überprüfen.
Abwärmenutzung bei den Wärmebehandlungsöfen (Stoßöfen)
Die Ziehtemperatur, Ziehzeit und Brennersteuerung wird laufend neu berechnet, um durch die Verkürzung der Durchlaufzeit Energie an den Öfen einzusparen. Die Abwärme der Öfen wird auch genutzt, um Dampf zu erzeugen. Der dabei entstehende Dampf wird in das Dampfnetz eingespeist und an anderen Anlagen der voestalpine weiterverwendet. Er gelangt sogar durch das Fernwärme-Netz in private Haushalte der Stadt Linz. Durch die interne aber auch externe Dampfverwertung erfolgt eine ansehnliche Einsparung an Energie und eine Reduktion der Treibhausgase.
Entzunderung der Brammen
Das zum Abspritzen der Zunderschicht verwendete Wasser wird physikalisch und chemisch in der Abwasserreinigungsanlage des Warmwalzwerks gereinigt und anschließend – nach einer entsprechenden Kontrolle – zurück in die Donau geleitet. Der dabei anfallende Zunder wird in die Sinteranlage wiedereingesetzt.